Nachwuchs

10/4/26

Eigentlich wollten wir etwas Schönes schreiben über unsere 5 jähriges Jubiläum, aber dann ist es doch anders gekommen.
Als wir Ostersamstag auf die Weide kamen, lag dort eine Totgeburt und ein weiteres Lamm, das kaum Lebenszeichen von sich gab. Wir hatten gerade den Zaun zum neuen Weidestück geöffnet und die Tieren sind auf das frische Gras zugestürzt, als wir die beiden entdeckten.

Das Mutterschaf hatte auch das lebende Lamm zurückgelassen. Anscheinend hatte sie es bereits aufgegeben.  Das Tier war so schwach, dass es kaum seinen Kopf bewegen konnte. Wir haben es der Mutter vor die Nase gehalten und sie hat es erkannt. Anschließend haben wir eine kleine Mutter-Kind-Box mit Hurden aufgebaut. Die Mutter ist dem Kleinen gefolgt, dass wir dort hinein getragen haben.

Aber auch wenn die Mutter sich nun durchaus bemüht hat das Lamm abzulecken und es zum Trinken zu motivieren, war das Lamm viel zu schwach. Wir haben versucht etwas Wärme durch Stroh zu schaffen und auch versucht das Lamm mit Stroh trockenzureiben. Plötzlich setzte erneut ein Geburtsvorgang ein. Leider war auch der Dritte von den Drillingen eine Totgeburt. Das das lebende Lamm nicht aufstehen konnte, haben wir vom Mutterschaf Milch abgepumpt und versucht das Lamm mit einen Fläschchen zu füttern.

Doch selbst das Saugen war für das Kleine zu viel. Es fühlte sich bereits unterkühlt an. Daraufhin haben wir es mit ins Haus genommen und mit dem Fön warm geföhnt , während wir es weiter mit alten Handtüchern trocken gerieben haben. Zum Glück hatten wir eine Sonde von einer ehemaligen Schafhalterin geschenkt bekommen.

Mit dieser haben wir die Muttermilch bzw. das Kolostrum über die Speiseröhre eingeführt. Von da an ging es bergauf. Das Lamm konnte den Kopf besser halten, der Saugreflex hat eingesetzt und die Körpertemperatur ist gefühlt gestiegen. Die Mutter hat es gleich wieder angenommen, als wir es zurückgebracht haben. Am Abend ist es sogar auf die Beine gekommen. 

Leider ging es der Mutter die nächsten paar Tage sehr schlecht. Sie hat kaum gegessen und hatte starken Durchfall. Leider klappt es nicht, das das Lamm direkt von der Mutter trinkt. Wir pumpen jeden Tag zwei kleine Fläschchen von der Mutter ab und füttern das Kleine. Auch heute, sechs Tage später, ist es noch viel schwächer als die meisten anderen Lämmer nach einem Tag sind. Die Milchproduktion der Mutter scheint langsam weniger zu werden. Wahrscheinlich müssen wir bald mit Ersatzmilch zufüttern.

Ertebølle Schafe, Nachwuchs

30/3/26

Die Lammzeit hat begonnen. Vor vier Tagen sind die ersten Lämmer geboren, vor zwei Tagen kamen Ziegen dazu und gestern erneut ein Lamm. Gut zu wissen, dass sowohl der Zuchtwidder als auch der Zuchtbock zeugungsfähig waren. Die ersten Lämmer sind bereits 145 Tage, nachdem wir den Widder zu den Mutterschafen gelassen haben, zur Welt gekommen; das ging schnell. Wir erwarten noch ca. 30 weitere Geburten. Erst ist die Freude immer groß, wenn ein lebendes Neugeborenes gesichtet wird. Danach geht das Bangen los, ob es auch ordentlich von der Mutter trinkt, damit es seine Dosis Kolostrum bekommt.

Da wir in der Vergangenheit sowohl mit dem zu späten als auch mit dem zu frühen Eingreifen Probleme hatten, ist die Entscheidung schwer zu treffen, wann wir unterstützen müssen.

Die Neuankömmlinge hatten alle schon den Mutterleib verlassen, als wir sie gesichtet haben. Die Lämmer waren schon auf den Beinen. Bei den ersten beiden von unserem Schaf Nelli sah es schnell so aus, als ob sie tränken. Das kann man u. a. an den ruckartigen Bewegungen am Euter und dem wedelnden Schwanz erkennen. Manchmal wedelt der Schwanz aber auch, wenn die Säuglinge nicht „angedockt“ sind. Wenn sich der Bauch von den Lämmern gut gefüllt anfühlt, und spätestens dann, wenn orangefarbener Kot auftritt, sind das ebenfalls gute Anzeichen.

Das Mutterschaf hat sich sehr gut um die beiden gekümmert, sie zum Trinken motiviert und andere aus der Herde ferngehalten. Mittlerweile laufen die beiden so schnell über die Weide, dass wir sie nicht mehr einfangen können.

Die beiden Zicklein von unserer Ziege Splitti waren anscheinend erst kurz vor unserer Ankunft geboren, zumindest lag die Nachgeburt direkt neben ihnen. Das kleinere von den beiden wirkte sehr schwach, sodass wir ein wenig in Sorge waren.

Die Mutterziege Splitti war schnell wieder auf Achse, auch außerhalb der Einzäunung, sodass es nicht ganz einfach zu beobachten war, wie gut sie sich um ihre Zicklein kümmert.

Wir haben eine ganze Zeit auf der Weide verbracht, bis wir relativ sicher waren, dass die beiden etwas getrunken hatten.

Abends haben wir die Zicklein auf ein Strohbett ins Häuschen gelegt, damit sie nicht so sehr auskühlten.

Das Lamm, welches gestern früh von unserem Schaf Rudolfine geboren wurde, hatten wir bis zum Nachmittag nicht trinken sehen. Es wirkte jedoch recht mobil, daher haben wir erst gegen Abend eingegriffen. 

Eigentlich sollen die Kleinen schon innerhalb der ersten sechs Stunden Kolostrum trinken. Wir haben eine kleine Einzäunung aufgebaut, in die wir das Mutterschaf mit Hilfe des Lammes hineingelockt haben. Dann haben wir mit sauberen Händen geprüft, ob Milch aus dem Euter kommt. Da das Lamm im Verhältnis zur Mutter recht groß ist, war es möglicherweise nicht so einfach, die Zitze zu finden. Wir haben die Mutter auf den Popo gesetzt und das Lamm mit der Schnauze direkt an das Euter geführt und mit Milch bespritzt. Danach hatten wir den Eindruck, dass es ein wenig selbstständig getrunken hat. Ob der Einsatz nötig war, ist nicht sicher. Aber da wir auch schon ein geschwächtes Lamm verloren haben, wollen wir nicht zu lange warten.

Heute morgen wirkten alle fünf mobil. Jetzt können wir bis zu den nächsten Geburten etwas entspannen, soweit die Neugeborenen nicht plötzlich ihr Verhalten ändern und apathisch werden.

Ertebølle Schafe, Landrasseziegen, Nachwuchs
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