Landrasseziegen

30/3/26

Die Lammzeit hat begonnen. Vor vier Tagen sind die ersten Lämmer geboren, vor zwei Tagen kamen Ziegen dazu und gestern erneut ein Lamm. Gut zu wissen, dass sowohl der Zuchtwidder als auch der Zuchtbock zeugungsfähig waren. Die ersten Lämmer sind bereits 145 Tage, nachdem wir den Widder zu den Mutterschafen gelassen haben, zur Welt gekommen; das ging schnell. Wir erwarten noch ca. 30 weitere Geburten. Erst ist die Freude immer groß, wenn ein lebendes Neugeborenes gesichtet wird. Danach geht das Bangen los, ob es auch ordentlich von der Mutter trinkt, damit es seine Dosis Kolostrum bekommt.

Da wir in der Vergangenheit sowohl mit dem zu späten als auch mit dem zu frühen Eingreifen Probleme hatten, ist die Entscheidung schwer zu treffen, wann wir unterstützen müssen.

Die Neuankömmlinge hatten alle schon den Mutterleib verlassen, als wir sie gesichtet haben. Die Lämmer waren schon auf den Beinen. Bei den ersten beiden von unserem Schaf Nelli sah es schnell so aus, als ob sie tränken. Das kann man u. a. an den ruckartigen Bewegungen am Euter und dem wedelnden Schwanz erkennen. Manchmal wedelt der Schwanz aber auch, wenn die Säuglinge nicht „angedockt“ sind. Wenn sich der Bauch von den Lämmern gut gefüllt anfühlt, und spätestens dann, wenn orangefarbener Kot auftritt, sind das ebenfalls gute Anzeichen.

Das Mutterschaf hat sich sehr gut um die beiden gekümmert, sie zum Trinken motiviert und andere aus der Herde ferngehalten. Mittlerweile laufen die beiden so schnell über die Weide, dass wir sie nicht mehr einfangen können.

Die beiden Zicklein von unserer Ziege Splitti waren anscheinend erst kurz vor unserer Ankunft geboren, zumindest lag die Nachgeburt direkt neben ihnen. Das kleinere von den beiden wirkte sehr schwach, sodass wir ein wenig in Sorge waren.

Die Mutterziege Splitti war schnell wieder auf Achse, auch außerhalb der Einzäunung, sodass es nicht ganz einfach zu beobachten war, wie gut sie sich um ihre Zicklein kümmert.

Wir haben eine ganze Zeit auf der Weide verbracht, bis wir relativ sicher waren, dass die beiden etwas getrunken hatten.

Abends haben wir die Zicklein auf ein Strohbett ins Häuschen gelegt, damit sie nicht so sehr auskühlten.

Das Lamm, welches gestern früh von unserem Schaf Rudolfine geboren wurde, hatten wir bis zum Nachmittag nicht trinken sehen. Es wirkte jedoch recht mobil, daher haben wir erst gegen Abend eingegriffen. 

Eigentlich sollen die Kleinen schon innerhalb der ersten sechs Stunden Kolostrum trinken. Wir haben eine kleine Einzäunung aufgebaut, in die wir das Mutterschaf mit Hilfe des Lammes hineingelockt haben. Dann haben wir mit sauberen Händen geprüft, ob Milch aus dem Euter kommt. Da das Lamm im Verhältnis zur Mutter recht groß ist, war es möglicherweise nicht so einfach, die Zitze zu finden. Wir haben die Mutter auf den Popo gesetzt und das Lamm mit der Schnauze direkt an das Euter geführt und mit Milch bespritzt. Danach hatten wir den Eindruck, dass es ein wenig selbstständig getrunken hat. Ob der Einsatz nötig war, ist nicht sicher. Aber da wir auch schon ein geschwächtes Lamm verloren haben, wollen wir nicht zu lange warten.

Heute morgen wirkten alle fünf mobil. Jetzt können wir bis zu den nächsten Geburten etwas entspannen, soweit die Neugeborenen nicht plötzlich ihr Verhalten ändern und apathisch werden.

Ertebølle Schafe, Landrasseziegen, Nachwuchs

18/3/26

Langsam kommt der Frühling. Vor zwei Tagen haben die Schafe und Ziegen die Kiesgrube vollständig verlassen und sind auf ein Stück gekommen, auf dem ein paar frische, grüne Gräser wuchsen. Da waren die Tiere nach dem Umsetzen vollkommen ruhig und grasten anscheinend sehr zufrieden vor sich hin. 

Mittlerweile sind die zarten Gräser aufgefressen. Anscheinend sind die Tiere auf den Geschmack gekommen. Heute sind die Schafe und Ziege aus ihrer Einzäunung ausgebrochen und haben auf dem grossen Feld verspeist, was eigentlich für später zur Verfügung stehen sollte.

Ertebølle Schafe, Landrasseziegen

10/3/26

Langsam sind die ersten Anzeichen zu sehen, dass unsere Schafe und Ziegen trächtig sind. Gerade bei den Schafen ist dies schwer zu erkennen. Viele sehen bereits jetzt sehr rundlich aus, dies kann aber auch an dem dicken Fell liegen.  

Schoki
Schoki im März 2026

Letztes Jahr war Schnauzi, unser ältestes Lamm aus dem Jahr davor, sehr in die Breite gegangen, hat aber kein Lamm geboren. 

Schnauzi
Schnauzi im März 2025

Darüberhinaus trinken die Tiere deutlich mehr, auch wenn die Temperaturen in diesem Jahr bisher nicht über 14°C lagen. Heute hatten wir sogar wieder Frost. Während in den Wintermonaten nur 10-20 Liter getrunken wurden, werden zurzeit 60 Liter verbraucht.

Ein weiteres Zeichen, das auf eine bevorstehende Geburt hindeuten kann, ist, dass sich Schafe von der Herde isolieren. Das kann aber auch aus anderen Gründen vorkommen.

Schlacksi
Schlacksi gönnt sich eine Auszeit

Bei Splitti, einer von unseren zwei Ziegen, die zum ersten Mal seit Geschlechtsreife mit einem Bock zusammengekommen sind, kann man mittlerweile deutlich erkennen, dass sich das Euter vergrößert hat. In diesem Fall sind wir uns recht sicher, dass sie  trächtig ist. 

Es gibt auch die Möglichkeit, die Trächtigkeit mit einer Ultraschalluntersuchung festzustellen. Dies haben wir jedoch noch nie machen lassen und hatten zum Glück bisher immer Widder bzw. Böcke, die ihre Arbeit gut geleistet haben. Dieses Jahr waren wir nicht ganz sicher, ob wieder alles gut geht, weil beide Herren recht kleinwüchsig sind. Aber anscheinend hat es trotzdem geklappt.

Ertebølle Schafe, Landrasseziegen

21/2/26

Vor kurzem war die Welt noch vollständig weiß. Die Schafe machten sich nach dem Umsetzen über die paar Grashalme her. Zum Teil haben sie auch ihre Klauen eingesetzt, um den Schnee etwas wegzuschaben.  

Die Ziegen haben sich in den Tiefschnee gewagt, da dort ein paar Brombeertriebe zum Fressen eingeladen haben.  

Die nicht so wagemutigen Ziegen machten sich über die Zweige an den Birken her. Leider haben sie sich später wieder über die Rinde hergemacht. Auch die Schafe wollen gern etwas von den Zweigen abbekommen und versuchen von den Aktionen der Ziegen zu profitieren. 

Gestern Abend hat Tauwetter eingesetzt und heute sieht die Welt vollständig anders aus. Auf dem derzeitigen Stück sind keine Bäume, über die wir uns Sorgen machen müssen, durch das Tauwasser ist die Erde jedoch sehr nass und es besteht die Gefahr, dass durch die Beweidung stärkere Trittschäden auftreten und die Vegetation geschwächt wird. Daher werden wir die Tiere zügiger umsetzen als ursprünglich geplant. 

Ertebølle Schafe, Landrasseziegen, winter

15/2/26

Die Schneeverwehungen machen uns sehr zu schaffen. Beim Transport von Futter, Wasser und Batterien für die Stromversorgung sind wir mit der Schubkarre ständig steckengeblieben.

Zum Glück haben wir den ATV, der bis jetzt den Weg über das Feld schafft.

Das Einsammeln des Zaunes ist auch nicht einfach, wenn er tief eingeschneit ist.

Einige wagemutige Ziegen versuchen, die Schneefelder zu überqueren, während die Schafe selbst in den eingezäunten Flächen die tiefen Schneeflächen meiden. Anscheinend hören sie bei 20–30 cm Schneehöhe auf, nach etwas Essbarem zu suchen. Vielleicht haben wir auch einfach zu viel zugefüttert.

Ertebølle Schafe, Landrasseziegen, winter

13/2/26


Gestern habe ich zum letzten Mal gemolken. Eigentlich hatte ich vor, erst fünf Tage später aufzuhören. Die ersten zwei bis drei Strahlen melken wir nicht in die Flasche, da sich in denen zu viele Keime sammeln können. Außerdem kann man die Beschaffenheit der Milch sehen. Bei Bulette kam gestern zu großen Teilen eine dicke, sahneartige Substanz heraus. Das Euter war auch deutlich kleiner. 

Bei Anna habe ich noch eine Minute mit der Maschine gemolken, es kamen aber nur 150 ml. Das Euter war ebenfalls nicht groß. Deswegen habe ich beschlossen, nicht weiter einzugreifen. Ich denke, Anna und Bulette schaffen es die Milchproduktion einzustellen. Bleibt zu hoffen, dass die beiden trächtig sind und wir in ca. zwei Monaten Zicklein bekommen. 

Annas Milch hat auch eine viel dickflüssigere Konsistenz. Anscheinend hat bereits der Prozess begonnen, bei dem Flüssigkeit im Euter resorbiert wird. In dem Zuge soll angeblich der Anteil von Abwehrstoffen ansteigen. Die Milch werde ich deswegen nicht mehr verwerten.

Das vorletzte Mal hatte ich vor vier Tagen gemolken. Da war die Milch auch schon recht dickflüssig. Vielleicht hätte ich schon zu diesem Zeitpunkt stoppen können.

Landrasseziegen, Melken

30/1/26

Das Trockenstellen der Ziegen hat nicht so gut funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Nachdem ich das abendliche Melken weggelassen habe, ist die Milchproduktion unserer beider Milchziegen von insgesamt 750 ml täglich auf 700 ml gefallen. Da stagnierte der Milchertrag. 

Mein zweiter Schritt um die Milcherzeugung zu verringern war, nur noch mit der Maschine zu melken und nicht händisch zu unterstützen. Dadurch ist das Milchvolumen auf etwa 600 ml gefallen. Im Moment melke ich nur noch 1 Minute je Ziege mit der Maschine und es gibt für beide Ziegen zusammen ca. 500 ml Milch.

Als letzten Schritt werde ich nicht mehr jeden Tag melken und die Zeitintervalle zwischen dem Melken erhöhen. Die Zusatzgabe an Pellets (Ergänzungsfutter) beim Melken wird ab sofort auch reduziert. Spätestens in zwei Wochen stelle ich das Melken ein.

Landrasseziegen, Melken, winter

16/1/26

Wir melken auch im Winter. Die Ziegen sind seit Mai 2024 ( also 20 Monate) durchgängig zweimal täglich gemolken worden. Zuletzt hat es sich aber kaum noch gelohnt abends zu melken. Es kamen nicht mehr als 1/4 Liter zusammen. Morgens bekommen wir etwa einen halben Liter.

bulette

Heute habe ich erstmalig das Melken gegen Abend weggelassen und melke jetzt nur noch morgens. Langsam soll die Milchproduktion im Euter nachlassen. Wenn alles gut geht, kann ich Anfang Februar das Melken ganz einstellen. Wir hoffen, dass Anna und Bulette, unsere beiden Milchziegen, trächtig sind, daher sollen sie mindestens zwei Monate Zeit bekommen sich etwas zu erholen und Kräfte zu sammeln. 

anna

Die Ziegen sind dänische Landrasseziegen und so robust, dass sie ganzjährig im Freien gehalten werden können. Regen und starken Wind mögen sie allerdings nicht so gerne, dann verkriechen sie sich in die kleinen Häuschen, die wir versuchen nach der Windrichtung auszurichten. Die Ziegen brauchen außerdem Heu und Stroh, um sich warm zu halten. An sehr kalten Tagen zittern sie am ganzen Körper, wenn wir mit dem Futter kommen.

ertebølleschaf

Die Ertebølle Schafe sind noch unempfindlicher als die Ziegen. Bei eisigem Wetter haben sie in der Nacht verteilt auf der Weide gelegen und die gefrorene Grasdecke etwas angetaut. Vor vier Jahren hatten wir einen starken Sturm und die Schafe in den offenen Stall  getrieben. Das hat ihnen aber nicht gefallen und sie wollten schnell zurück auf ihre kalte Weide.

Ertebølle Schafe, Landrasseziegen, Melken, winter
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