Die Lammzeit hat begonnen. Vor vier Tagen sind die ersten Lämmer geboren, vor zwei Tagen kamen Ziegen dazu und gestern erneut ein Lamm. Gut zu wissen, dass sowohl der Zuchtwidder als auch der Zuchtbock zeugungsfähig waren. Die ersten Lämmer sind bereits 145 Tage, nachdem wir den Widder zu den Mutterschafen gelassen haben, zur Welt gekommen; das ging schnell. Wir erwarten noch ca. 30 weitere Geburten. Erst ist die Freude immer groß, wenn ein lebendes Neugeborenes gesichtet wird. Danach geht das Bangen los, ob es auch ordentlich von der Mutter trinkt, damit es seine Dosis Kolostrum bekommt.
Da wir in der Vergangenheit sowohl mit dem zu späten als auch mit dem zu frühen Eingreifen Probleme hatten, ist die Entscheidung schwer zu treffen, wann wir unterstützen müssen.
Die Neuankömmlinge hatten alle schon den Mutterleib verlassen, als wir sie gesichtet haben. Die Lämmer waren schon auf den Beinen. Bei den ersten beiden von unserem Schaf Nelli sah es schnell so aus, als ob sie tränken. Das kann man u. a. an den ruckartigen Bewegungen am Euter und dem wedelnden Schwanz erkennen. Manchmal wedelt der Schwanz aber auch, wenn die Säuglinge nicht „angedockt“ sind. Wenn sich der Bauch von den Lämmern gut gefüllt anfühlt, und spätestens dann, wenn orangefarbener Kot auftritt, sind das ebenfalls gute Anzeichen.
Das Mutterschaf hat sich sehr gut um die beiden gekümmert, sie zum Trinken motiviert und andere aus der Herde ferngehalten. Mittlerweile laufen die beiden so schnell über die Weide, dass wir sie nicht mehr einfangen können.
Die beiden Zicklein von unserer Ziege Splitti waren anscheinend erst kurz vor unserer Ankunft geboren, zumindest lag die Nachgeburt direkt neben ihnen. Das kleinere von den beiden wirkte sehr schwach, sodass wir ein wenig in Sorge waren.

Die Mutterziege Splitti war schnell wieder auf Achse, auch außerhalb der Einzäunung, sodass es nicht ganz einfach zu beobachten war, wie gut sie sich um ihre Zicklein kümmert.
Wir haben eine ganze Zeit auf der Weide verbracht, bis wir relativ sicher waren, dass die beiden etwas getrunken hatten.
Abends haben wir die Zicklein auf ein Strohbett ins Häuschen gelegt, damit sie nicht so sehr auskühlten.
Das Lamm, welches gestern früh von unserem Schaf Rudolfine geboren wurde, hatten wir bis zum Nachmittag nicht trinken sehen. Es wirkte jedoch recht mobil, daher haben wir erst gegen Abend eingegriffen.

Eigentlich sollen die Kleinen schon innerhalb der ersten sechs Stunden Kolostrum trinken. Wir haben eine kleine Einzäunung aufgebaut, in die wir das Mutterschaf mit Hilfe des Lammes hineingelockt haben. Dann haben wir mit sauberen Händen geprüft, ob Milch aus dem Euter kommt. Da das Lamm im Verhältnis zur Mutter recht groß ist, war es möglicherweise nicht so einfach, die Zitze zu finden. Wir haben die Mutter auf den Popo gesetzt und das Lamm mit der Schnauze direkt an das Euter geführt und mit Milch bespritzt. Danach hatten wir den Eindruck, dass es ein wenig selbstständig getrunken hat. Ob der Einsatz nötig war, ist nicht sicher. Aber da wir auch schon ein geschwächtes Lamm verloren haben, wollen wir nicht zu lange warten.
Heute morgen wirkten alle fünf mobil. Jetzt können wir bis zu den nächsten Geburten etwas entspannen, soweit die Neugeborenen nicht plötzlich ihr Verhalten ändern und apathisch werden.
