Komplizierte oder Komplexe Systeme

Komplizierte Systeme

Komplizierte Systeme bestehen aus vielen einzelnen Teilen, die alle korrekt funktionieren müssen, damit das Ganze stabil bleibt. Versagt ein Teil, kommt das System häufig zum Stillstand. Um es wieder funktionsfähig zu machen, sind Kontrolle, Reparatur und Eingriffe von außen notwendig. Typische Beispiele sind Maschinen, technische Anlagen oder bürokratische Strukturen.
Sie sind anfällig für Fehler und haben nur eine geringe Toleranz gegenüber Abweichungen.


Komplexe Systeme

Auch komplexe Systeme bestehen aus vielen Teilen, doch diese stehen in ständiger Wechselwirkung miteinander und sind nicht auf Perfektion angewiesen. Wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät, passt sich das System häufig selbst an und findet neue stabile Zustände. Störungen und Fehler können dabei zu Lernen und Weiterentwicklung führen. Boden, Ökosysteme, Tierherden und soziale Gemeinschaften sind typische Beispiele für komplexe Systeme.
Sie sind selbstregulierend und robuster, solange sie Raum bekommen, auf Veränderungen zu reagieren.


Kurz zusammengefasst

In einem komplizierten System kann ein Fehler das Ganze lahmlegen.
In einem komplexen System werden Fehler Teil des Anpassungsprozesses.

Genau dieser Unterschied macht die Arbeit mit lebenden Systemen weniger kontrollierbar – langfristig jedoch oft stabiler und sinnvoller.

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